Sucht
Sucht ist eine krankhafte und zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen (Alkohol oder Heroin) oder Verhaltensweisen (wie Spiel-, Kauf-, Fernseh-, Arbeits-, Esssucht).
Unterschieden wird hierbei zwischen einer seelischen(psychischen) und einer körperlichen (physischen) Abhängigkeit.
Bei der körperlichen Abhängigkeit wird das Suchtmittel ebenso benötigt wie Essen und Trinken. Ohne den Stoff reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen.
Bei der seelischen Abhängigkeit wird das Suchtmittel zur „Krücke” – das innere Gleichgewicht kann nur noch mithilfe des Stoffes oder Verhaltens hergestellt werden.
Ursachen für den Drogenkonsum können in der Persönlichkeit des Betroffenen, seinem sozialen Umfeld und der Anziehungskraft oder der Verfügbarkeit von Drogen liegen.
- Betroffen sind oft Menschen, die nicht gelernt haben, Konflikte durchzustehen oder Enttäuschungen zu ertragen,
- Menschen mit einem zu geringen Selbstwertgefühl, mit der Furcht, zu versagen oder in der Gruppe nicht anerkannt zu werden oder
- Menschen, die von Langeweile, Wut, Angst oder Einsamkeit erdrückt werden.
Ursachen für den Griff zur Droge können auch Schwierigkeiten in der Familie, in der Schule oder im Beruf sein, die Trennung von geliebten Menschen, wenig emotionale Zuwendung, übersteigerte Leistungserwartungen oder schlechte Zukunftsperspektiven.
Drogen können auch angenehme Empfindungen erzeugen und schlechte Gefühle vorübergehend ausblenden oder sie erträglicher erscheinen lassen. Erleichtert wird der Konsum durch die jeweilige Verfügbarkeit der Droge.
Tipps, die Kindern helfen
- Zeigen Sie Interesse daran, was Ihr Kind am Tag erlebt hat und was gut und was nicht gut gelaufen ist.
- Hören Sie Ihrem Kind zu.
- Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es immer zu Ihnen kommen kann, wenn es Probleme gibt.
- Machen Sie dem Kind bei Problemen und Schwierigkeiten möglichst keine Vorwürfe. Bieten Sie stattdessen an, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
Tipps, die Jugendlichen helfen
- Zeigen Sie Verständnis für die Stimmungsschwankungen Ihres Kindes, auch wenn es manchmal schwer fällt.
- Lassen Sie Ihr Kind auch eigene Wege gehen, signalisieren Sie aber stets, dass Sie immer da sind, wenn es Ihre Unterstützung braucht.
- Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es mit seinen Sorgen und Problemen immer zu Ihnen kommen kann und dass Sie mit seinen Sorgen vertrauensvoll und ohne Vorwürfe umgehen werden.
- Vereinbaren Sie gemeinsam klare Regeln für das Miteinander in der Familie und achten Sie darauf, dass diese eingehalten werden.
- Sprechen Sie unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und Interessen offen an.
- Bestehen Sie darauf, dass die Grenzen eines jeden Familienmitglieds respektiert werden.
Folgende Anzeichen können auf eine Abhängigkeit von Suchtmitteln hinweisen:
- regelmäßiger Konsum von Alkohol bzw. Konsum von Alkohol in großen Mengen
- regelmäßiges Rauchen mehrerer Zigaretten am Tag
- ständige Einnahme von Medikamenten zur Beruhigung oder zum Abbau von Stress
- ungewöhnliche Zustände von Benommenheit und innerer Abwesenheit
- Unruhe, Zittern, Schweißausbrüche
- blasses, krankes Aussehen, Gewichtsverlust
- sozialer Rückzug, Aufgabe oder Wechsel des Freundeskreises
- Vernachlässigung oder Aufgabe von Hobbys und Interessen
- Straftaten und/oder Verkehrsdelikte
- Lustlosigkeit, Apathie, permanente Müdigkeit
- starker Leistungsabfall in Schule, Sport, Ausbildung oder Beruf
- häufige Aggressivität, depressives Verhalten
- unerklärlich hoher Geldbedarf
Diesen Anzeichen sollte man auf den Grund gehen - insbesondere, wenn sie gehäuft oder über einen längeren Zeitraum auftreten. Eltern können sich zunächst mit anderen Bezugspersonen, mit Lehrern, Erziehern oder Freizeitbetreuern beraten. Wenn sich der Eindruck eines Problems verdichtet, kann auch die Unterstützung durch eine Beratungsstelle hilfreich sein.
Quellen:
Weitereführende Informationen (externe Seiten):
Ansprechpartner vor Ort:
